Keine Vorkasse
„Keine Vorkasse“ ist insb. ein Rat an die Internetkäufer.
 
In den letzten Monaten sind Edelmetallplattformen wie Pilze aus dem Boden geschossen. Die Gewinnspannen bei Edelmetallen belaufen sich auf zwischen 0,5 bis 3%. Beim Internethandel aufgrund der hohen Transparenz und Konkurrenz eher am unteren Ende. Ein Händler muss also 100.000 Euro in die Hand nehmen, um 1.000 Euro Rohgewinn zu generieren. Tunen kann er den Gewinn z. B. bei fallenden Kursen, indem er quasi leer verkauft, die Ware also erst später kauft, wenn sie billiger geworden ist. Doch wehe, die Rechnung geht nicht auf und die Reserven sind nicht hoch genug. Dann muss er das Geld von neuen Bestellern verwenden, um Ihre Ware zu kaufen. Und hoffen, dass er die Welle solange vor sich her schieben kann, bis die Kurse wieder fallen. Bei steigenden Kursen gibt es weitere Strategien.
Andere wiederum lassen einen drei, vier Wochen warten und drehen mit Ihrem Geld die dreifache Menge an Ware. Generieren also auf diese Weise 3%. Auch da kann man nur hoffen, dass man an einen starken Partner geraten ist, der Zahlungsausfälle oder Lieferengpässe verkraften kann.
Die Frage ist aber eigentlich weniger, wie stark der Partner ist, als vielmehr, wie risikofreudig. Starke laden sich mitunter auch mehr auf als schwache...
Ein zweiter Grund für diesen Rat liegt speziell in dieser Zeit begründet, wo mit einem Finanz-, Banken- und oder Währungscrash gerechnet werden muss:
Hat Ihr Handelspartner mit Ihrem Geld Ihre Ware bezahlt, dann kann man davon ausgehen, dass auch bei einem Generalcrash die Ware irgendwie zu Ihnen kommt.
Hat er aber noch eine Weile spekuliert oder wurde aus sonst irgendeinem Grund Ihre Ware nicht bestellt und bezahlt, muss der Händler dies mit der neuen Währung vornehmen. Wenn nun sein Vermögen und damit Ihr an ihn bezahltes Geld nur noch einen Bruchteil der neuen Währung an Wert hat, weil damit nicht Edelmetalle sondern Papiere oder sonst etwas gekauft wurde, dann kann er stark sein, wie er will, das ist nicht zu stemmen.